Die aktuelle Diskussion über Vorratsdatenspeicherung verdeutlicht die Gefahr präventiver Kommunikationsüberwachung. Sollte der Staat die Kontrolle über sensible Daten wie die Kommunikations-Beziehungen verlieren, wird die Privatsphäre der Bürger empfindlich verletzt.
Anonymisierungs-Netzwerke beugen der missbräuchlichen Verwendung vor, indem sie die Kommunikations-Beziehungen verbergen. In einem Anonymisierungs-Netzwerk kooperieren autonome Teilnehmer, um gemeinsam anonyme Kommunikation zu etablieren. Allein der Einsatz von Anonymisierungs-Protokollen stellt noch nicht einen hohen Grad an Anonymität sicher. Die Anzahl der Teilnehmer und insbesondere ihr korrektes Verhalten beeinflussen den erreichten Grad an Anonymität. Zum Beispiel beeinträchtigen bestimmte Protokoll-Verletzungen die Anonymität aller Teilnehmer.
Diese Arbeit untersucht, wie korrektes Verhalten in Anonymisierungs-Netzwerken etabliert werden kann. Dazu wird Fehlverhalten erkannt, dem Verursacher zugeordnet und es werden angemessene Maßnahmen getroffen. Über solche Anreiz-Mechanismen lassen sich strategisch agierende Teilnehmer beeinflussen. Lösungen müssen den Zielkonflikt zwischen Identifikation und Anonymität berücksichtigen. Daraus werden neue Anforderungen
für die Anonymisierungs-Protokolle formuliert. Das Verhalten rationaler Teilnehmer und die Auswirkungen auf den Grad der Anonymität werden mit Methoden der Spieltheorie modelliert.
Der Vortrag erläutert verschiedene Arten von Fehlverhalten in Anonymisierungs-Netzwerken und ihre Auswirkungen. Anonymes Flooding und eine Gegenmaßnahme basierend auf temporären Pseudonymen werden vorgestellt. Abschließend wird die Modellierung strategischen Verhaltens in Anonymisierungs-Netzwerken erörtert.
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